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 Betreff des Beitrags: Vergiftungen und Verätzungen
BeitragVerfasst: So 28. Jun 2009, 20:21 
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Vergiftungen und Verätzungen
Erste Hilfe bei Kindern

(Quelle: Malteser Magazin, 4/5 2002, S.10)

(go)Eine Vergiftung im Kindesalter hat ihre Ursachen fast immer im kindlichen Erkundungsdrang, denn alles wird zum Mund geführt, probiert und häufig auch verschluckt. Gifte werden bei Kindern also typischerweise über den Mund und damit über die Verdauungsorgane aufgenommen. Dazu im Folgenden wichtige Verhaltenstipps.


Erkennen von Vergiftungen

Zwar gibt es für Eltern keine allgemeinen Anzeichen, aus denen man eine Vergiftung erkennen können. Folgende Dinge sollten jedoch mißtrauisch machen:

  • Spuren unbekannter Substanzen am Mund, den Händen, der Kleidung.
  • Geruch nach Alkohol, Reinigungs-, Spül- und Lösungs- mitteln oder ätherischen Ölen aus dem Mund.
  • "Essende" Kinder, denen man gar nichts zu essen gegeben hat.
  • Fehlende Kippen aus Aschenbechern, zerbröselte oder fehlende Zigaretten, fehlende Tabletten etc.
  • Geöffnete Verpackungen von Reinigungs-, Spül- oder Waschmittel sowie Medikamenten etc., die vorher verschlossen waren.
  • Plötzlich einsetzende Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewegungsstörungen, Schwindel, Schweißausbrüche, plötzliche Verhaltensauffälligkeiten und Wesensveränderungen sowie vor allem unklare Bewusstlosigkeit.

Bei allen diesen Symptomen sollte man auch an eine Vergiftung denken und das Kind vorsichtig und zurückhaltend befragen, damit es nicht aus Angst die Wahrheit verschweigt! Aber auch daran denken: Ein unnötiges Magenauspumpen oder Verabreichen von "Gegenmitteln" kann eine ernsthafte Gefahr darstellen!!! Die sachgerechte Aufklärung, ob wirklich ein giftiger oder gefährlicher Stoff vom Kind aufgenommen wurde, ist daher ganz wichtig! Zwar im Zweifel lieber zum Arzt - aber schaut Euch alles im Umfeld der vermuteten Giftaufnahme sehr sehr sorgfältig an!


Symptome bei Vergiftungen:

Gifte führen über den Blutkreislauf zu einer Schädigung des gesamten Organismus. Folgende Anzeichen gelten als Warnsignal:
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Plötzlich auftretende Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen und Schwindelgefühl
  • Veränderung der Pulsfrequenz
  • Bewusstseinstrübung/Bewusstlosigkeit
  • Atemstörungen/Atemstillstand
  • Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Gleiche Krankheitszeichen bei mehreren Kindern (z.B. Nahrungsmittelvergiftung)

Eine Vergiftung ist nicht immer sofort zu erkennen. Achten Sie daher auf die Aussagen von Augenzeugen sowie Reste von Medikamenten, Verpackungen und Giftresten am Notfallort. Gifte können innnerhalb von Minuten oder Stunden, aber auch erst nach Tagen wirken. Einige Stoffe sind nur in hohen Dosen, andere wiederum in kleinsten Mengen giftig.


Maßnahmen bei Vergiftungen:

  1. Versuchen Sie gegebenenfalls, das Kind aus unmittelbarer Gefahr zu retten, denn der Krankheitsverlauf wird bestimmt durch Konzentration und Dauer der Gifteinwirkung (Eigenschutz beachten!). Überprüfen Sie Bewusstsein, Atmung und Kreislauf des Kindes ("BAK- Schema", d.h. Bewusstsein - Atmung - Kreislauf).

  2. Veranlassen Sie den Notruf! Sind die Vitalfunktionen nicht gestört, rufen Sie am besten Ihren Kinder- oder Hausarzt an, um zu erfahren, ob besondere Maßnahmen notwendig sind. Informationen über weitere Erste-Hilfe-Massnahmen, giftige Substanzen, Pilze oder Pflanzen finden sich auf der Seite der "Giftinfo Mainz". Notruf Vergiftungszentrale Mainz: 06131-19240 / Notarzt + Rettungswagen: 112

  3. Versuchen Sie Giftstoffe zu entfernen oder zu verdünnen, die sich am Körper befinden, Voraussetzung ist zwingend, dass das Kind voll ansprechbar ist, denn Kinder, deren Bewusstsein getrübt ist, können Flüssigkeit oder Erbrochenes in die Atemwege anatmen. Gehen Sie auch folgendem Schema vor:

    • Nahrungs- und Gesundheitsmittel: zum Erbrechen bringen.

    • Spül- und Waschmittel (Schaumbildner): nicht zum Erbrechen bringen, weil dadurch Schaum in die Atemwege gespült wird und diese verlegt.

    • Säuren und Laugen (Verätzung des Verdauungstraktes): nicht zum Erbrechen bringen, weil dadurch die Gefahr einer erneuten Verätzung besteht.

    • Verdünnen Sie das Gift, indem Sie dem Kind so viel Wasser wie möglich (keine Milch, keine kohlensäurehaltigen Getränke) zu trinken geben.

    • Auch nie zum Erbrechen bringen sollte Sie ein Kind, das jünger als neun Monate ist, dessen Bewusstseinszustand reduziert ist, das sich in einem heftigen Krampfzustand befindet oder das sich durch Beruhigungsmittel vergiftet hat.


Maßnahmen bei Verätzung der Haut

  • Handeln Sie schnell!
  • Entfernen Sie sofort die entsprechenden Kleidungsstücke.
  • Der betroffene Bereich muss gespült werden. Versorgen Sie die Wunden mit Brandwunden-Verbandmaterial.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergiftungen und Verätzungen
BeitragVerfasst: So 28. Jun 2009, 20:30 
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Wie verhindert man Vergiftungen?

Die einfachste Regel lautet noch immer, Gifte nicht in Reichweite von Kindern aufzubewahren. Was das jedoch in der Praxis heisst, soll anhand von ein paar Tips verdeutlicht werden:

  • Schon beim Einkauf geht es los - achtet bei gefährlichen Stoffen (z.B. Spülmittel, Waschmittel, Reiniger usw.) auf kindersichere Verschlüsse. Das ist längst nicht bei allen Produkten anzutreffen!

  • Lösungsmittel, Farben, Lacke, Beizmittel, Klebstoffe, Montageschaum sollten nur in verschlossenen Schränken und (wenn möglich) in für Kinder unzugänglichen Räumen aufbewahrt werden.

  • Tragische Unfälle sind bereits passiert, weil Flaschen verwechselt worden sind! Man sollte niemals (!) gefährliche Stoffe in Behältern oder Flaschen aufbewahren, die nach "Lebensmittel" aussehen! Auch nicht, wenn man ´ne dicke Warnung draufschreibt (Kinder können nicht lesen)...!

  • Alle in Haushalt und Hobby benutzten Gift- und Gefahrstoffe sofort nach Gebrauch wegzulegen ist zwar mühsam, kann aber viel Leid verhindern. Schon ein kurzer unbeobachteter Moment reicht neugierigen Kindernasen aus...

  • Knopfzellen sind tödlich! Die isolierende Kunststoffschicht zwischen den Metallhälften wird von Magensäften aufgelöst - giftige Schwermetalle können dann austreten. Kids stecken Knopfzellen gerne in den Mund...

  • Zigarretten, Zigarren und andere Tabakwaren enthalten für Kinder gefährliche Giftstoffe - vor allem abgebrannte Kippen! Daher keinen gefüllten Aschenbecher unbeaufsichtigt stehen lassen.

  • Alkohol oder -reste reizen Kids besonders, weil sie die Erwachsenen nachahmen wollen (leider auch beim Saufen). Schon kleine Mengen können für Kleinkinder erhebliche Spätfolgen haben.

  • Arzneimittel unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern und stets verschlossen aufbewahren. Gerade Blisterverpackungen und die bunten Pillen üben einen immensen Reiz auf die kindliche Neugier aus. Bei versehentlicher Einnahme, Verabreichung oder Verwechslung von Arzneimitteln sollte in jedem Fall sofort ein Anruf beim nächsten Giftinformationszentrum erfolgen. Vor allem Herz-Kreislauf-Mittel, Schmerzmittel, Schlafmittel und Psychopharmaka können bei Kindern unter Umständen lebensbedrohliche Vergiftungen auslösen.

  • Dem Kind keine Arzneimittel geben, die für Erwachsene bestimmt sind. Auch bei frei verkäuflichen Mitteln sollte man darauf achten, ob diese für Kinder verträglich sind!

  • Es gibt mehr Giftpflanzen in unserer direkten Umwelt, als uns bewusst ist. Informiert Euch ausführlich über alle (!) Blumen und Pflanzen in Eurer Wohnung oder im Garten, welche giftig sind und Gefahren für Kinder darstellen.

  • Pilze wachsen genau in Sichthöhe von Kindern - und sehen so richtig lecker aus. Leider sind genau diese oft für Kleinkinder tödlich.

  • Ermahnt Eure Kind immer wieder, keine unbekannten Flüssigkeiten zu trinken, nichts vom Boden zu essen und vor allem nichts aus der Natur zu pflücken. Schon über den Hautkontakt (und anschliessend die Finger in den Mund) kann die unheilvolle Vergiftung ihren Anfang nehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vergiftungen und Verätzungen
BeitragVerfasst: So 28. Jun 2009, 20:36 
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Übersicht "Giftstoffe" von A-Z


Die folgenden Informationen wurden aus der verfügaren Literatur zusammengestellt und von mir lediglich tabellarisch aufgearbeitet. Klar, dass ich für die Richtigkeit der Angaben keinerlei Zusicherungen übernehmen kann, wie bei jedem redaktionellen Beitrag in diesem Forum. Da sich die Zusammensetzungen der genannten Stoffe stets ändern können, solltet Ihr auch schon deshalb vor jeder Maßnahme stets bei einem Arzt oder einem Giftinformationszentrum Rückfrage halten.

(Quelle: Espumisan-Ratgeber, "Kinder & Gift", Berlin-Chemie, 9.Aufl., S.10-29)


Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Abflussreiniger Abflussreiniger enthalten in der Regel starke Laugen. Auf der Haut und an den Augen, aber auch in Rachen, Speiseröhre und Magen sind Verätzungen möglich; starke bis sehr starke Schmerzen. Erbrechen möglichst vermeiden! Spritzer von Haut und Augen unter fließendem Wasser abspülen! Nach Verschlucken Verdünnung durch Trinken von Tee, Saft oder Leitungswasser! Umgehend den Arzt oder ein Gift-Informationszentrum benachrichtigen, da weitere Maßnahmen erforderlich sein können!
Allzweckreiniger Allzweckreiniger enthalten in unterschiedlichen Konzen- trationen Tenside, Seifen, schwache Laugen und Alko- hole. Durch Schleimhautreizung evtl. Bauchschmerzen, Blähungen und Erbrechen. Schaumbildung mit der Möglichkeit des Schaumübertritts in die Lunge. Erbrechen möglichst vermeiden! Wenn vorhanden, Entschäumer [Führen zu einer Auflösung des entstehenden Schaumes und verhindern damit den Übertritt in die Lunge] geben; gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt befragen!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Backofen-/Grillreiniger Backofen-/Grillreiniger enthalten in der Regel starke Laugen in unterschiedlicher Konzentration. Auf der Haut und an den Augen, aber auch im Rachen, in der Speiseröhre und im Magen sind Verätzungen möglich; starke bis sehr starke Schmerzen. Erbrechen vermeiden! Spritzer von Haut und Augen unter fließendem Wasser abspülen! Umgehend den Arzt benachrichtigen, da weitere Maß- nahmen erforderlich sein können! In jedem Fall Zusam- mensetzung des Produktes in einem Giftinformations- zentrum erfragen!
Blumenpflegemittel Stickstoff, Phosphat, Kalium Meistens ist nicht mit Vergiftungserscheinungen zu rechnen. Erst bei Mengen über 1 g/kg-Körpergewicht sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall möglich. Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Zur Sicherheit sollten der Arzt oder ein Gift-Informationszentrum befragt werden!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Duftöl/etherische Öle flüchtige, stark riechende Planzenextrakte in Produkten zur Luftverbesserung und Erkältungsmitteln zur äußerlichen Anwendung oder zur Inhalation. Bei leichten Vergiftungen können Reizungen der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Die Aufnahme größerer Mengen kann zu Schläfrigkeit, Unruhe, Zittrigkeit und Gangstörungen führen; Kreislaufstörungen, Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle sind möglich. ACHTUNG: Bei Säuglingen schon nach Verschlucken weniger Tropfen Erstickungsgefahr möglich! Kein Erbrechen auslösen! Spritzer auf Haut und Augen unter fließendem Wasser ausspülen. Reichlich Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Immer einen Arzt oder ein Gift-Informationszentrum benachrichtigen, da weitere Maßnahmen erforderlich sein können.
Duschgel Duschmittel enthalten in der Regel Tenside und Parfümstoffe. Nach Verschlucken ist Schaumbildung möglich! Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt oder ein Gift-Informationszentrum benachrichtigen!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Entkalker Entkalker enthalten in der Regel starke anorganische Säuren und/oder schwächere organische Säuren. Auf der Haut und an den Augen, aber auch im Rachen, in der Speiseröhre und im Magen sind Verätzungen möglich; starke bis sehr starke Schmerzen. Erbrechen möglichst vermeiden! Spritzer von Haut und Augen unter fließendem Wasser abspülen! Nach Verschlucken Verdünnung durch Trinken von Tee, Saft oder Leitungswasser! Umgehend den Arzt benachrichtigen, da weitere Maßnahme. erforderlich sein können! Wenn möglich Produkt bereithalten! In ledem Fall Zusammensetzung des Produktes in einem Gift-Informationszentrum erfragen!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Feinwaschmittel Feinwaschmittel enthalten in der Regel Tenside und Parfümstoffe. Nach Verschlucken ist Schaumbildung möglich! Gefahr, insbesondere nach Erbrechen, dass Schaum in die Lunge übertritt. Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt benachrichtigen!
Fleckenentferner "Neue" Fleckenentferner enthalten: Testbenzin, Aceton, Butylacetat, Alkohole und Tenside. "Alte" Fleckenentferner und "Spezial-Fleckenwasser" können in hohen Dosen chlorierte Kohlenwasserstoffe und andere stark giftige Substanzen enthalten. Auffälligstes Symptom bei chlorierten Kohlenwasserstoffen ist der charakteristische Mundgeruch! Aber: ca.30% der Bevölkerung können diesen nicht wahrnehmen! Es kann zu Reizungen der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes, Rauschzuständen, Krämpfen, Kreislaufkollaps und Herzrythmusstörungen kommen. Husten und Atemnot können zusammmen mit einem typischen Benzingeruch auf ein testbenzinhaltiges Mittel hinweisen. Erbrechen vermeiden! Bei Haut- oder Augenkontakt mit Leitungswasser abspülen! Sofort den Arzt benachrichtigen, da unter Umständen ärztliche Hilfe notwendig ist! Unbedingt ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen, da bei einigen Produkten nach Verschlucken schon wenige Milliliter zu schwersten Vergiftungen führen können!
Fußbodenpflegemittel Tenside, Seifen, organische Lösungsmittel u.a. Stoffe. Aufgrund der Stoffvielfalt, die in Fußbodenpflegemitteln enthalten ist, können auch die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen. Dies ist abhängig von der Konzentration und Kombination einzelner Substanzen. Es sollte kein Erbrechen eingeleitet werden. Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Umgehend den Arzt benachrichtigen!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Gefrierschutzmittel Glykole, Methanol und andere Alkohole Rauschzustand, der evtl. in ein Nierenversagen übergehen kann. Aufgrund der möglicherweise schwerwiegenden Folgen ist eine Laienhilfe nicht möglich. Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Umgehend den Arzt rufen und Situation eingehend schildern! Immer ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen! Wenn nicht möglich, sofort Klinik aufsuchen! Produkt, Verpackung oder Etikett vorzeigen!
Glasreiniger Tenside und Alkohol, evtl. Ammoniaklauge, Glykole. In Abhängigkeit von der Zusammensetzung sind Rauschzustände bis zur Bewußtseinstrübung und bei Erbrechen Schaumbildung möglich. Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Bei Augenkontakt mit Wasser spülen! Arzt benachrichtigen!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Haarshampoo Tenside. Nach Verschlucken ist Schaumbildung möglich! Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt oder ein Gift-Informationszentrum benachrichtigen!
Haarwasser Diverse Alkohole (teilweise in hohen Konzentrationen). Im Regelfall nur geringfügige lokale Reizungen. Bei großen Mengen möglicherweise Rauschzustände. Trinken von gesüßtem Tee, Saft oder Leitungswasser. Arzt benachrichtigen oder ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Insektensprays u.ä. Schädlingsbekämfungsmittel Pyrethrum/Pyrethroide, Organophosphate, chlorierte Kohlenwasserstoffe (in alten Produkten), ätherische Öle, Alkohole. Abhängig von der Zusammensetzung des Mittels können Übelkeit, Erbrechen, Tränen- und Speichelfluß, enge Pupillen, Rauschzustände, Koma, Krämpfe, Herzrhythmus- und Atemstörungen auftreten. Am auffälligsten ist meistens der Mundgeruch! Bei Haut- oder Augenkontakt Reste mit Leitungswasser abspülen. Nach Verschlucken Kein Erbrechen auslösen! Sofort Arzt benachrichtigen. Produkt oder Verpackung bereit halten! Unbedingt bei einem Gift-Informationszentrum nach der genauen Zusammensetzung des Produkte: fragen, da nach Verschlucken auch geringer Mengen lebensbedrohliche Vergiftungen auftreten können und möglicherweise weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen!
Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
Klarspüler Vor allem Tenside. Nach Verschlucken ist Schaumbildung möglich! Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt benachrichtigen!
Klebstoffe/Montageschaum Äthanol, Methanol, Lösungsmittel, Weichmacher, Metalloxide und in Abhängigkeit vom Verwendungszweck andere diverse Inhaltsstoffe. Blutungen, Magen-Darm-Störungen, Übelkeit, u. U. apathisches Verhalten bis zur Bewusstlosigkeit, Reizungen der Schleimhäute Klebstoffe sind, mit Ausnahme von Spezialklebstoffen, nur in größeren Mengen bedenklich.
  • Nach Augenkontakt: Lider offen halten, bis der Klebstoff ausgehärtet ist! Gut mit lauwarmem Wasser ausspülen.
  • Haut und Schleimhäute: Schnelle und vorsichtige Entfernung von frischen Klebstoffresten mit lauwarmem Wasser oder verdünnter Seifenlösung. Verklebte Haut oder Schleimhaut darf niemals mit Lösungsmitteln gereinigt werden! Auch grobe mechanische Maßnahmen sollten unterbleiben, da erhebliche Verletzungsgefahr besteht.
  • Wenn nötig Maßnahmen der Ersten Hilfe! Sofort Arzt rufen!
  • Ein Giftinformations-zentrum zu Rate ziehen, da aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung spezielle Maßnahmen erforderlich sein können!
  • Tube/Dose des Klebstoffes bereithalten, da erst beim Hersteller nach zusätzlichen anderen Inhaltsstoffen gefragt werden muss!
  • Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Lacke Lösungsmittel (Butylacetat, Xylol, Toluol, Testbenzin u.a.). Unregelmäßige Atmung, Magen-Darm-Störungen, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Schock, Herzrhythmusstörungen. Abspülen der Lackrückstände von Haut und Augen, keine Lösungsmittel oder Verdünner verwenden Wenn nötig Maßnahmen der Ersten Hilfe. Kein Erbrechen auslösen! Bei drohender Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Sofort Arzt rufen! Tube/Dose des Lacks bereithalten, da evtl. beim Hersteller nach weiteren Inhaltsstoffen gefragt werden muss! Ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen, da u.U. weitere Maßnahmen erforderlich sind.
    Lackverdünner Lösungsmittel in verschiedener Zusammensetzung. Auffälligstes Symptom ist der Mundgeruch! Zusätzlich können Reizungen der Atemwege, Rauschzustände, Bewusstlosigkeit, Krämpfe, Kreislaufstörungen und Herzbeschwerden auftreten. Erbrechen vermeiden! Bei Haut- oder Augenkontakt mit Leitungswasser abspülen. Sofort den Arzt benachrichtigen, da lebensbedrohende Zustände auftreten können! Produkt oder Verpackung bereithalten! Ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen, da u.U. weitere Maßnahmen erforderlich sind.
    Lampenöl Hochgereinigte Erdöldestillate wie Petroleum oder Isoparaffin. Meist gefärbt und parfümiert, so dass die wahrnehmbaren Wamhinweise wie unangenehmer Geruch und Geschmack entfallen. Produktaufschriften täuschen manchmal Unbedenklichkeit vor. Anfangs Husten, oft mit Erbrechen verbunden. Im weiteren Verlauf sind Luftnot und schwere Lungenschädigung möglich. Achtung: Bei Kleinkindern können schon geringste Mengen (Saugen am Docht der Lampe) zu lebensbedrohlichen Komplikationen, auch erst nach mehreren Stunden, führen. Außerdem sind Fieber, Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle möglich! Unbedingt Ruhe bewahren! Erbrechen vermeiden! Keinesfalls Erbrechen auslösen! Umgehend Arzt benachrichtigen und genau die eingenommene Menge angeben!
    Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Möbelpolitur Sehr unterschiedliche Zusammensetzung. Hauptbestandteile sind meist Testbenzin und Spindelöl (Weißöl), außerdem können Leinöl, Paraffin, Petroleum Terpentinöl, organische Lösungsmittel, Wachse u.a. Stoffe enthalten sein. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung sind die Symtome nicht vorhersehbar! Erbrechen vermeiden! Kein Erbrechen auslösen! Verdünnung durch Tee, Saft oder Leitungswasser! Sofort den Arzt benachrichtigen, da auch nach Verschlucken geringer Mengen lebensbedrohende Zustände auftreten können! Produkt bereithalten! Verpackung oder Etikeft vorzeigen!
    Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Nagellackentferner Aceton, Ethyl- und Butylacetat, Isopropanol, Glykole. Auffälligstes Symptom ist der charakterische Mundgeruch. Brennen im Mund und Magen, Erbrechen, möglicherweise Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen, Rauschzustände. Erbrechen vermeiden! Verdünnung durch Trinken von Tee, Saft oder Leitungswasser! Sofort den Arzt benachrichtigen oder ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen. Produkt oder Verpackung bereithalten!
    Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Pilze Sehr unterschiedlich und abhängig von der Pilzart. Am gefährlichsten sind Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz. Wichtigster lnhaltsstoff ist das a-Amanitin, das schon in geringen Mengen zu lebensbedrohlichen Leber- und Nierenschädigungen führen kann. Hinweis: Vergiftungen sind auch durch Speisepilze möglich, wenn diese unsachgemäß gelagert, zubereitet oder wieder aufgewärmt worden sind. Deshalb können die nachfolgenden Symptome auch nach dem Genuß von Speisepilzen auftreten Die Symptome der Knollenblätterpilz-Vergiftung treten erst 5 bis 24 Stunden nach der Mahlzeit auf. Die Zeitdauer ist abhängig von der Menge des aufgenommenen Gifts. Die wichtigsten Symptome sind: Plötzliches Erbrechen und heftiger Durchfall, starke Bauchschmerzen. Bei einer Reihe anderer giftiger und ungenießbarer Pilze treten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall schon innerhalb von 30 Minuten bis 2 Stunden nach dem Verzehr auf. Verwirrtheit ist u.a. für Panther- und Fliegenpilz sowie einige Risspilze typisch. So früh als möglich Arzt rufen und Verdacht schildern, damit notfalls eine umgehende Einweisung in ein Krankenhaus erfolgen kann! Je früher das Kind in die Klinik kommt, desto größer sind die Überlebenschancen! Grundsätzlich sollten von allen selbstgesammelten Pilzen die Putzreste eine angemessene Zeit aufgehoben werden. So kann beim Auftreten von Vergiftungserscheinungen durch einen Pilzberater geklärt werden, ob ein giftiger Pilz verzehrt wurde.
    Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Rasierwasser Diverse Alkohole Im Regelfall nur geringfügige lokale Reizungen, möglicherweise Rauschzustände. Verdünnung durch Trinken von gesüßtem Tee, Saft oder Leitungswasser! Arzt benachrichtigen!
    Rostschutzmittel Benzin und Petroleum. Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Kein Erbrechen auslösen; bei spontanem Erbrechen in stabile Seitenlage bringen! Nach Haut- oder Augenkontakt mit Leitungswasser abspülen. Umgehend den Arzt rufen und ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen!
    Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Schlafmittel Benzodiazepine, Hypnotika, Psychopharmaka, pflanzliche Wirkstoffe Abhängig von der eingenommenen Schlafmittelmenge und der Zusammensetzung des Produkts können Symptome wie Schwindel, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Benommenheit, Erregungszustände, Bewusstlosigkeit und Atemstörungen auftreten. Aufgrund der Vielzahl der Schlafmittel und Schlafmittelkombinationen und der unterschiedlichen Giftigkeit ist eine Laienhilfe ohne Arzt praktisch nicht möglich. Deshalb: Umgehend den Arzt rufen und Menge sowie Name des eingenommenen Schlafmittels angeben! Bei drohender Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Wenn notwendig: Maßnahmen der Ersten Hilfe.
    Schmerzmittel Vor allem Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS), aber auch Tramadol, Metamizol, Propyphenazon, Ibuprofen u.a. In sogenannten Kombinationsmitteln sind auch Koffein, Kodein und andere Substanzen enthalten. Abhängig von der eingenommenen Schmerzmittelmenge und der Zusammensetzung des Produkts können Symptome wie Schwindel, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Benommenheit, Erregungszustände usw. auftreten. Aufgrund der Vielzahl der Schmerzmittel und Schmerzmittelkombinationen und der unterschiedlichen Giftigkeit ist eine Laienhilfe ohne Arzt praktisch nicht möglich. Deshalb: Umgehend den Arzt rufen und Menge sowie Name des eingenommenen Schmerzmiffels angeben! Bei drohender Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Wenn notwendig: Maßnahmen der Ersten Hilfe.
    Spülmittel für Spülmaschinen Spülmittel für Spülmaschinen enthalten in der Regel starke Laugen. Auf der Haut und den Schleimhäuten in Rachen, Speiseröhre und Magen, aber auch der Hornhaut des Auges sind schwere Verätzungen möglich, die z.T. mit starken bis sehr starken Schmerzen einhergehen. Wenn möglich Erbrechen vermeiden! Spritzer von Haut und Augen unter fließendem Wasser abspülen! Verdün nung durch Trinken von Tee, Saft oder Leitungswasser! Umgehend den Arzt benachrichtigen, da weitere Maßnahmen erforderlich sein können! Produkt, Verpackung oder Etikett bereithalten! Ein Gift-Informationszentrum zur genauen Zusammensetzung des Produktes befragen!
    Spülmittel (Handspülmittel) Vor allem Tenside. Schaumbildung! Erbrechen vermeiden! Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt benachrichtigen!
    Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Tabak Nikotin. Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Speichel- und Tränenfluß, Brennen in Mund, Speiseröhre und Magen; Zittern, Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Schwitzen, Blässe, Krampfanfälle, Muskelschwäche, Kreislaufzusammenbruch, evtl. Atemlähmung bereits bei kleinen Mengen. Frischluft, Ruhe und Wärme, auf Kreislaufstabilität achten. Wenn nötig Maßnahmen der Ersten Hilfe durchführen!
    Tollkirsche u.a. Nachtschattengewächse Tollkirschen, Stechapfel, Engelstrompete und Bilsenkraut enthalten Atropin und/oder Scopolamin. Diese Stoffe sind hochgiftig. Die Aufnahme von 3-4 Beeren der Tollkirsche, von Tee aus Blüten der Engelstrompete oder Samen des Stechapfels führen zu schweren Vergiftungen. Auch die unsachgemäße Anwendung atropinhaltiger Augentropfen kann bei Kindern zu Vergiftungserscheinungen führen. Erste Symptome können bereits nach 15 Minuten auftreten. Es zeigen sich Trockenheit der Schleimhäute, Unschärfe beim Sehen, Durst, Trockenheit und Rötung der Haut, auffallend weite, lichtstarre Pupillen, Verwirrtheit, starke Erregung, aber auch zunehmende Schläfrigkeit mit Atemstörungen und Krampfanfälle. Sofort den Arzt benachrichtigen und Situation schildern! Je eher der Arzt kommt, desto höher die Überlebenschance! Wenn nötig Maßnahmen der Ersten Hilfe durchführen!
    Welcher Stoff? Was ist drin? Welche Symptome? Was ist zu tun?
    Waschmittel (Grob-, Allzweckwaschmittel) Waschmittel enthalten in unterschiedlichen Konzentrationen Tenside, Seifen, schwache Laugen und eventuell Phosphate. Die Gefahr der Verätzung ist gering. Schaumbildung! Hinweis: Bei großen Waschmittelpackungen kann es auch durch Einatmen des Waschmittels aus den Packungen bereits zu Vergiftungen kommen. Erbrechen vermeiden! Wenn überwiegend Tenside und Seife enthalten sind, falls vorhanden Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer reichlich Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt befragen oder ein Gift-Informationszentrum zu Rate ziehen!
    WC-Reiniger WC-Reiniger enthalten in der Regel starke Laugen und Säuren. Auf der Haut und an den Augen, nach Verschlucken aber auch in Rachen, Speiseröhre und Magen sind Verätzungen möglich, starke bis sehr starke Schmerzen. Wenn möglich Erbrechen vermeiden! Spritzer von Haut und Augen unter fließendem Wasser abspülen! Nach Augenkontakt im Anschluss unbedingt Vorstellung beim Augenarzt. Nach Verschlucken Verdünnung durch Trinken von Tee, Saft oder Leitungswasser! Umgehend den Arzt benachrichtigen, da weitere Maßnahmen erforderlich sein können! Produkt bereithalten! Verpackung oder Etikett vorzeigen!
    Weichspüler Vor allem Tenside. Schaumbildung! Wenn vorhanden, Entschäumer geben (nach Dosierungsanleitung); gleichzeitig immer Tee, Saft oder Leitungswasser trinken lassen. Arzt benachrichtigen!




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