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 Betreff des Beitrags: Jona, der Prophet im Fischbauch
BeitragVerfasst: Di 10. Mär 2009, 19:34 
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Registriert: So 8. Mär 2009, 21:24
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Jona, der Prophet im Fischbauch

Bibelstory für Kids - von André Golob

Es war einmal ein Prophet mit Namen Jona. Wißt ihr was ein Prophet ist? Nein? Na dann sage ich es euch. Ein Prophet ist jemand mit dem Gott spricht und dem er die Aufgabe gibt diese Botschaft weiterzutragen. Fast so etwas wie ein Engel, eine Bote Gottes. Aber Jona war kein besonders gehorsamer Prophet. Am liebsten wäre er kein Prophet gewesen, aber das konnte er sich ja nun nicht aussuchen. Eines Tages sprach Gott zu ihm. „Jona, du mußt verreisen. Du mußt in die große Stadt Ninive gehen, denn die Menschen in Ninive tun viel Böses. Und du mußt ihnen sagen, daß ich ihr böses Tun genau sehe und es nicht gutheiße. Sie sollen mit ihrem bösen Tun aufhören, sonst strafe ich sie. Gehe also nach Ninive und überbringe meine Worte.“

`Oh nee´, sagte Jona zu sich,` jetzt muß ich nach Ninive fahren, das ist doch die Stadt unserer Feinde, die wir bekämpft haben. Boah nee, ich will nicht zu diesen garstigen Typen´. Dann packte er seine Sachen und lief los. Doch er lief nicht in Richtung Ninive, nein er ging nach Westen, in die entgegengesetzte Richtung. Er floh vor Gott. `Ich laufe fort´, sagte er zu sich, `ich laufe ganz weit fort, so weit, daß Gott mich nicht mehr finden kann. Dann brauche ich nicht nach Ninive.´ Und er lief und lief, bis er ans Meer kam. Da konnte er nicht weiter. Zufällig lag am Ufer ein Schiff, das wollte gerade nach Tarsis losfahren und Jona sagte sich: `Ich steig auf dieses Schiff und laß mich mitnehmen, dann komme ich noch weiter weg. Dann kann Gott mich sicherlich nicht mehr finden.´

Und dann bestieg er das Schiff und fuhr über das große Meer. Da Jona dem Kapitän eine menge Geld zugesteckt hatte, nahm der ihn gerne mit. Der Himmel war ganz blau und die Sonne schien so warm. Und die kleinen Wogen plätscherten lieblich gegen das Schiff. Heißa, es war fein, übers Meer zu fahren. Nur für Jona war es nicht fein, denn der hockte die ganze Fahrt über unter Deck. Er wagte sich nicht nach oben, weil er befürchtete Gott könne ihn sehen. Und da er schon den ganzen Tag unterwegs war, wurde er allmählich müde und so suchte er sich unten im Schiff einen Platz zum Schlafen. Vor lauter Müdigkeit schlief er sofort ein und alle Furcht vor Gott war vergessen.

Aber Gott sah Jona sehr wohl. Immerhin ist er Gott und kann durch alle Mauern blicken - auch durch Schiffsrümpfe. Und Gottes Blick geht um die ganze Welt, auch auf dem Meer konnte er seine Pappenheimer ausfindig machen. Und da rief Gott einen mächtigen Sturm herbei. Die Wellen wuchsen auf Häusergröße an, der Wind wehte mit Windstärke zehn und peitschte die Wellen gegen das Schiff. Der Sturm war nämlich gehorsamer als Jona es war. Er führte große schwarze Wolken mit sich. Dahinter verkroch sich die Sonne. Er blies in die Segel, daß das Schiff fast umschlug. Der Wind heulte, die Wogen schlugen das Schiff fast in Stücke. Da bekam es der Kapitän mit der Angst zu tun und die Matrosen auch. Und währenddessen lag Jona unten im Schiff und schlief tief und seelenruhig weiter. Aber eine Matrose stürmte herunter, packte ihn und rüttelte ihn bis er wach war. „Schnell, schnell, du kannst doch nicht schlafen“, sprach er zu Jona, „steh auf und hilf uns! Bete zu Gott, daß wir nicht ertrinken“.

Da ging Jona mit an Deck des Schiffes und er sah die hohen Wogen und sah den schwarzen Himmel. Er hörte den schweren Sturm und dann wußte er, daß Gott ihn doch gefunden hatte. Er sprach zu den übrigen: „Es ist meine Schuld, daß der Sturm gekommen ist. Gott hat ihn hinter mir hergeschickt, weil er echt sauer auf mich ist, denn ich habe seine Anweisungen nicht befolgt und bin weggelaufen. Ich sollte nach Osten, doch ich ging nach Westen. Ich wollte flüchten vor Gott, doch das ist unmöglich“. Und Jona fuhr fort: „Ergreift mich und werft mich ins Meer. Das ist meine Strafe, die ich verdient habe. Dann wird das Meer sich wieder beruhigen, dann wird Gott den Sturm zurückrufen.“ Doch das wollten die Männer nicht. Sie ruderten so stark wie sie konnten um wieder ans Ufer und in Sicherheit zu kommen. Doch sie konnten das Ufer einfach nicht erreichen, der Sturm tobte immer heftiger. Da wußten sie keinen Rat mehr und da Jona es ihnen ja förmlich angeboten hatte, ergriffen sie ihn und warfen ihn über Bord. Mit einem großen Platsch fiel Jona in die tobende, rabenschwarze Brühe und es war als hätte ihn die See verschluckt.

Und siehe, als Jona in Wasser eintauchte, beruhigte sich der Sturm. Die Wind wehte nicht mehr, die Wogen schlugen nicht mehr gegen das Schiff. Die schwarzen Wolken verzogen sich wieder. Der Himmel wurde wieder blau und die Sonne kam zum Vorschein,. So konnte das Schiff ruhig weiterfahren auf den glatten, ruhigen Meer. Die Seemänner sagten: „Gute Güte, wie mächtig ist doch Gott! Sogar dem Wind und das Meer gehorchen ihm. Auch wir wollen ihm in Zukunft stets gehorchen.“ Und sie schauten auf das Meer, doch Jona schien verschwunden. `Der ist wohl ertrunken, der arme Tropf´, dachten sie bei sich. Aber da irrten sie sich. Nein, Jona war nicht tot. Gott hatte einen großen Fisch geschickt, der war riesengroß. Und der verschluckte Jona – einfach so, mit einem Haps. Tja und da saß Jona nun mitten im Bauch des gigantischen Fisches und fürchtete sich.

Drinnen war es ganz dunkel und unheimlich. Es stank nach Seetank und er hörte die gruseligen Verdauungsgeräusche des Fisches. Drei Tage und Nächte lang saß er nun schon und zitterte. In seiner Angst dachte er bei sich: `Gott sieht überall hin, er sieht mich auch hier sitzen in all der Dunkelheit und er hört mich auch´. Also begann Jona an zu beten: Er bereute es sehr, daß er ungehorsam gewesen war und sprach: „Ich werde nun immer tun was du willst und darauf vertrauen, daß alles was du mir aufträgst gut ist.“ Und Gott nahm seine Entschuldigung an lenkte den Fisch tatsächlich an das Ufer des Ozeans. Er streckte seinen riesigen Kopf aus dem Wasser und spie Jona wieder in sein Land zurück. Und ein Riesenfisch kann gewaltig spucken. Gerade noch zitternd im Fischbauch, saß Janos schwuppdiwupp wieder vor seiner Haustüre. Und Gott sprach abermals: „Jona, du mußt verreisen. Du mußt in die große Stadt Ninive gehen. Was du sprechen sollst, wenn du dort ankommst, werde ich dir später noch sagen“. Da wagte Jona es nicht mehr, ungehorsam zu sein.

Also schlug er jetzt den richtigen Weg ein und nach einer langen Reise kam er in die große Stadt Ninive. Was mußte Jona dort wohl sagen? Er mußte sagen: „Noch vierzig Tage, dann wird Ninive zusammenfallen“. Ja, das war eine schöne Nachricht, fand Jona. Zusammenfallen würde die Stadt, so wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Das gönnte Jona den bösen Menschen! Er ging durch die ganze Stadt und rief überall: „Noch vierzig Tage, dann wird Ninive zusammenfallen, Gott hat es mir gesagt.“ Die Menschen erschraken über diese Nachricht sehr. Auch der König war total geschockt. Sie wußten wohl, warum die schreckliche Strafe über sie kommen sollte: weil sie so viel Böses getan hatten. Da bereuten sie ihre Sünden. Und der König sagte: „Wir müssen alle darum beten, daß Gott uns dieses Mal noch nicht straft, daß er uns noch einmal vergeben wird. Und niemand darf mehr Böses tun. Wir müssen uns bekehren. Alle müssen sich bekehren, sonst werden wir unter unseren Häusern begraben.

Das taten sie auch, Sie beteten, die Männer und die Frauen und die Kinder, alle beteten. Und die Schafe blökten, und die Kühe brüllten, und die Schweine grunzten und quiekten. Die Tiere machten auch mit. Und um nach außen zu zeigen, daß es ihnen leid tat, was sie in der Vergangenheit Böses gemacht hatten, zogen sie ihre Kleider aus und hüllten sich in Kleidung aus Sackleinen. Und sogar der König von Ninive zog sein purpurnes Gewand aus und schlüpfte in einen Umhang aus groben Leinen. Und alle fasteten und niemand tat mehr etwas Böses. Und das sah auch Gott. Und er hatte Mitleid und strafte die Stadt nicht.

Doch Jona saß auch einem Berg, nicht weit von der Stadt. Dort saß er und wartete, bis die Stadt zusammenfallen würde. Das wollte er gerne sehen und fand es gut, daß die verfeindete Stadt bald dem Erdboden gleich gemacht würde und den gerechten Lohn für all das Böse bekommen würde. Er wollte den Untergang genießen. Eigentlich fehlte ihm nur noch das Popcorn wie im Kino. Tja, da hat er vielleicht blöde geguckt, als nichts passierte. Er wartete und wartete, aber Gott tat nichts. Da wurde Jona böse und ärgerlich. Doch Gott sprach zu ihm und belehrte ihn, daß er nicht böse sein dürfe, denn es sei fast ein Wunder, daß die Leute in Ninive zur Vernunft gekommen seien und dem Bösen abgeschworen haben. Auch sagte er ihm, daß man sich nicht am Leid anderer ergötzen solle. Vielmehr sollte man Mitlied haben mit solchen Menschen, deren Stadt beinahe zerstört worden wäre.

Direkt neben Jona wuchs auf einmal ein Baum aus dem Boden. Das hatte Gott bewirkt. Er wuchs in Windeseile, man konnte dabei zusehen. Er wurde ein großer Baum, mit Zweigen und Blättern, schön anzuschauen. Und die Blüten an ihm dufteten und die Früchte die an ihm wuchsen waren prall und bunt. Jona setzte sich unter ihn und genoß den Schatten und er war dankbar und liebte den Baum regelrecht. Doch am folgenden Tag schickte Gott eine Wurm. Der durchbiß die Wurzel des Wunderbaumes. Der Baum ging ein. Die Blätter verdorrten und fielen ab, die Früchte verfaulten und die Blüten schrumpelten zusammen. Der Baum knarrte und es schien, daß er Schmerzen habe.

Als die Sonne dem Jona heiß auf den Kopf schien bemerkte er das Unheil. Er umklammerte den Stamm und weinte bitterliche Tränen, daß dieser schöne Baum nun sterben müsse und hatte großes Mitleid. Da sprach Gott zum Jona. Schau an, du hast Mitleid mit einem Baum, der weder mit dir spricht, noch fühlen kann wie du. Gestern noch war er nicht einmal da und heute schon fühlst du mit ihm. Jona du hast Mitleid mit einem Baum, darf ich dann nicht Mitleid haben mit allen den Menschen und den Tieren in der Stadt Ninive? 120.000 Menschen leben dort. Sieh an wie gut die Menschen dort geworden sind, die Stadt blüht auf und ist nicht länger dein Feind.

Und da wurde Jona ganz kleinlaut. Ja er schämte sich sogar etwas. `Wie schlecht bin ich doch und wie weise und gut ist Gott´, sagte Jona zu sich. `Gott sorgt für alles was lebt. Er hat die Menschen und auch die Tiere lieb´. Er hätte mich ja auch im Bauch des Fisches sterben lassen können, aber nein, er rettete mich aus Mitlied und Liebe wie die Menschen von Ninive. Und als er sich umdrehte stand hinter ihm durch Gottes Hilfe der Baum blühend und noch schöner als vorher.

(André Golob)


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