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 Betreff des Beitrags: Die Geschichte vom verlorenen Sohn
BeitragVerfasst: Di 10. Mär 2009, 21:17 
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Registriert: So 8. Mär 2009, 21:24
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Bibelstory für Kids

Die Geschichte vom verlorenen Sohn

nach Lk 11, 11-32

Es waren einmal zwei Söhne, die waren doch recht unterschiedlich. Der eine, nennen wir ihn mal Moische (das ist ein jüdischer Name, denn beide lebten in Israel) war eher ein häuslicher Typ. Er war gern zu Hause, saß gern auf dem Hügel hinter dem Haus und blickte über die Landschaft auf den benachbarten See, traft sich gern mal mit Freunden zu einer kühlen Limo im Dorfkrug oder einer coolen Party. Und er hatte viele Freunde, denn er war charmant, wußte sich zu benehmen und sah auch gut aus. Deshalb wurde er von allen gemocht und geliebt. Vor allem die Mädels hatten ein Auge auf ihn geworfen.

Sein Bruder, nennen wir ihn mal Chaim, war ganz anders. Er war etwas zu klein geraten und er sah auch nicht so gut aus - hatte ziemlich viele Pickel, der Arme - und auch ansonsten hatte er nicht viel Ähnlichkeit mit seinem Bruder. Wenn sein Bruder die schöne Aussicht genoß, sah Chaim unten im Keller und schmökerte in dicken Büchern über fremde Länder und laß Romane von Seefahrern und schönen Prinzessinnen und orientalischen Palästen aus Gold und Edelsteinen. Und manchmal träumte er davon selber ein reicher Sultan zu sein, mit einem Throngefolge, schönen Frauen, verehrt und geliebt.

Irgendwie hatte Chaim nicht viel Spaß an den Dingen, die sein Bruder trieb. Früher, ja - da ist er ein paar Mal mitgegangen in den Dorfkrug. Er hatte dort eine Menge Leute kennengelernt – auch Ruthie, die mit dem schönen glänzenden Haar und den dunklen schwarzen Augen. Und da sie so schön lächelte und ihn andie Prinzessinnen aus seinen Büchern erinnerte, hatte er sich schnell in sie verliebt. Aber sie sagte zu ihm: Was willst du denn von mir du Pickelgesicht, werde erst mal erwachsen. Das tat weh und Chaim ging zurück in seinen Keller und versankt in seinen Büchern – Wut grollte in seinem Bauch und allmählich reifte in ihm der Wunsch abzuhauen, diesem Dorf und seinen Kanaillen den Rücken zu kehren, endlich mal was vom Leben zu haben, geliebt zu werden, w e r zu sein - auch dann wenn er seinem Vater damit vor den Kopf stoßen würde.

Sein Vater war nämlich ein lieber Mensch. Er war ein recht wohlhabender Landwirt mit einem großen weißen Haus. Er sorgte gut für seine zwei Söhne. Das Essen stimmte, beiden fehlte es eigentlich an nichts. Er hatte sogar beiden einen teuren und schönen goldenen Ring geschenkt und jedem ein Kamel um darauf zu reiten. Es mangelte ihnen tatsächlich an nichts. Der Vater liebte seine beiden ungleichen Söhne und war glücklich sie bei sich zu haben.

Doch eines Tages kam Chaim zu seinem Vater und sprach. Vater, ich muß euch verlassen. Alles hier ekelt mich an, ich muß weg hier, dorthin wo es schön ist, wo es mir gut geht, wo man mich mag. Der Vater war wie vor den Kopf geschlagen. Und er sagte: Nein mein Kind, tu das nicht, verlaß mich nicht. Bleib bei mir. Was hab ich dir denn getan, daß du mir das antust. Brauchst du mehr Geld, ist es das, hab ich was falsches gesagt. Du kannst mich doch nicht verlassen, seit Mutter tot ist, brauch ich euch b e i d e . Welche Sorgen würde ich mir machen, wenn du fortliefest.

Chaim blieb aber hart. All die Dinge, die sein Vater für ihn getan hatte, die schönen Tage seiner Kindheit, die Liebe seines Vaters interessierten ihn nicht mehr. Vater, so sagte er, ich weiß besser was für mich gut ist. Gib mir reichlich Geld. Widerstrebend gab ihm sein Vater eine riesige Menge Geld mit und eine Menge Wegproviant. Noch einmal sagte er: Chaim, bleib doch bei mir, ich brauch dich. Nein, war seine knappe Antwort, meine Tasche ist gepackt, gehab dich wohl und tschüß. Und weg war er und man sah nur noch das Schwänzchen seines Kamels in der Ferne hin und her wippen. Chaim sah sich nicht einmal mehr um. Er hatte seinen alten Vater schon vergessen.

Tja, da war er weg und seinem Vater hat es fast das Herz gebrochen. Er dachte viel an seinen Sohn. Er stand vor dem haus und sah ihm nach, solange er konnte. Er war sehr traurig. Denn nun hatte er nur noch einen Sohn. Den anderen hatte er verloren. Trotzdem dachte er bei sich: Mein Junge, ich werde jeden Tag Ausschau halten, ob du nicht zurückkommst. Ich werde auf dich warten. Ich werde jeden Tag auf dich warten.

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Der Sohn ging in die weite Welt und genoß das Reisen. Viele fremde Städte besuchte er, schöne Städte, reiche Städte. Und er besuchte die Geschäfte und kaufte sich viele schöne, kostbare Dinge, edle Kleidung, prunkvollen Schmuck – er hatte ja Geld genug dabei.

Im Nu hatte er auch eine Menge Freunde, mit denen er Feste feierte und er hatte sogar eine Freundin – Fariba (auf Arabisch: die schöne Verführerin) - die war so schön, daß jeder lächeln mußte, der ihre Schönheit sah. Nichts war ihm für Fariba und seine Freunde zu schade, der edelste Wein wurde getrunken, berühmte Musiker für seine Parties engagiert, Tänzerinnen aus Tunis, Barmixer aus Babylon, Zauberer und Magier aus Mogadischu. Nur das beste sollte es sein für seine Freunde. Das kostete eine ziemliche Stange Geld, aber das machte ihm nichts aus. Er dachte sein Geld bzw. seines Vaters Geld, würde nie zu Ende gehen. Pustekuchen.

Eines Tages kam sein Partymanager und sagte: hören sie mal es ist Schicht im Schacht – sie haben nur noch eine Kupfermünze. Also verkaufte er sein Kamel und sogar den goldenen Ring, den ihm sein Vater einst geschenkt hatte. Dafür bekam er zwar viel Geld, aber das war auch wieder schnell verbraucht. Jetzt hatte der einst so reiche Sohn kein Geld mehr. Er konnte keine schönen Parties mehr veranstalten, keine schönen Dinge mehr kaufen, keine diamantene Schmuckstücke mehr seiner liebsten Fariba schenken.

Es dauerte nicht lange, da gab Fariba ihm den Laufpaß. Man muß sich mich leisten können, hatte sie zu ihm gesagt. Auch seine Freunde wollten nichts mehr von ihm wissen. Sie kehrten ihm den Rücken zu und er sah sie nie wieder. Was war mit all der Freundschaft und Liebe? War alles nur gespielt? Wie Sturzbäche rannen die Tränen über Chaims Gesicht. Wie sehr hatte er sich getäuscht!

Schon am nächsten Tag machte sich bei ihm der Hunger bemerkbar. Und schlimm ist es, wenn man Hunger hat, aber kein Geld sich etwas zum Essen zu kaufen. Er bekam immer größeren Hunger. Aber was sollte er ohne Geld machen. Schließlich stellte er sich auf die Straße und bettelte um ein Stückchen Brot. Doch die Menschen gaben ihm keines. Es herrschet nämlich eine Hungersnot, das hatte er bei alle seinen Parties gar nicht gemerkt. Niemand gab ihm etwas, denn Brot war knapp.

Schließlich kam er zu einem Bauern, der sagte: Wenn du willst, dann kannst du bei mir als Knecht die Schweine hüten. Es ist kein toller Job, aber so bekommst du wenigsten etwas zu essen. Na gut sagte Chaim und so wurde er Knecht beim Schweinezüchter. Es war ein ätzender Job. Zwischen dreckigen Schweinen, knöchelhoch in und Matsch saß er nun da, zerlumpt, dreckig, abgemagert. Das Essen das er für seine Arbeit bekam war wenig und es schmeckte nicht. Viel lieber hätte er etwas aus dem Schweintrog gegessen, denn das Futter der Schweine war besser, als das was er bekam. Der Bauer aber verbot ihm, den Schweinen etwas wegzuessen. Da saß er nun und dachte traurig an die Zeiten zurück, da er noch bei seinem Vater und seinem Bruder war. Es geschieht mir recht so. Wenn mich mein Vater so sehen könnte. Wäre ich doch nie fortgegangen. Mein Vater hat Brot im Überfluß und ich muß hier bald vor Hunger sterben. Er weinte aus Reue und Scham und auch aus Hunger.

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Eines Morgens als ihn das Quieken der Schweine weckte, war er ganz verzweifelt. Sein Magen knurrte und des Nachts hatte er mit Wehmut von seinem Vater geträumt. Kurzerhand ergriff er seinen Stock und machte sich zu Fuß auf den Weg nach Hause. Er dachte bei sich: Mein Vater wird sicherlich sehr böse sein auf mich. Aber ich gehe trotzdem zu ihm, was soll ich denn sonst machen. Ich werde sagen: Vater, ich bin so ungezogen gewesen! Ich bin viel zu schlecht, um noch dein Sohn zu sein. Und dann werde ich mich auf den Boden vor ihm hinwerfen und ihn bitten: Laß mich ein Knecht sein bei dir.

Also ging er und nach einigen Tagen kam er ganz abgezehrt in die Nähe seines Vaterhauses. Er sah es schon von ferne. Als reicher Harr war er fortgegangen. Als armen Bettler kam er nach Hause. Und er allein war Schuld an dem ganzen Dilemma. Die Menschen, die ihn sahen, erkannten ihn nicht mehr. Sie dachten: Wer ist nur dieser schmutzige Bettler. Und er traute sich fast nicht weiterzugehen.

Doch wer stand da vor dem haus und sah den Weg entlang. Wer eilte auf einmal dem Sohn entgegen? Es war sein Vater. Trotz des Drecks und der zerlumptem Kleidung erkannte er seinen Sohn von weitem wieder. Er hatte die Ganze Zeit auf ihn gewartet und er war nicht böse. Er rannte mit weit geöffneten Armen auf ihn zu, schlang seine Arme um ihn, küßte ihn und weiße tränen rollten über seien Wangen. Oh mein Kind, oh mein Kind, wie froh bin ich, daß du wieder zurückgekommen bist. Und Chaim antwortete: Vater ich bin so böse gewesen, was habe ich doch für einen Fehler begangen, dich zu verlassen. Ich bin viel zu schlecht um dein Sohn zu sein ich bin es nicht wert, daß du mich in den Arm nimmst. Laß mich dein Knecht sein. Er wollte sich auf den Boden werfen, aber sein Vater hielt ihn davon ab.

Und dann rief sein Vater all seine Bediensteten und sagte zu ihnen: Holt schnell schöne Kleider für meinen Sohn. Und auch neue Schuhe. Und gebt ihm auch einen neuen goldenen Ring an den Finger. Und dann ließ der Vater ein Mastkalb schlachten und es braten und tausend Leckereien backen. Fässer Wein wurden aufgeschlagen und es wurde ein riesiges Fest gefeiert.

Nur Moische, der Bruder des verlorenen Sohnes war ein wenig betrübt und sprach zu seinem Vater. Für mich hast du noch nie ein Mastkalb geschlachtet, noch nicht mal einen Ziegenbock. Und jetzt veranstaltest Du so eine Feier für einen, der dein halbes Vermögen mit falschen Freunden und bezahlten Frauen durchgebracht hat, der alles auf den Kopf gehauen hat. Was soll das?

Darauf sagte der Vater: Du hast Recht. Doch du, mein lieber Sohn, d u bist immer bei mir. Was mein ist, ist dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen, daß dein Bruder zurückgekehrt ist. Wir lieben Chaim doch, auch wenn er Fehler gemacht hat, auch wenn er Schwächen hat - gerade weil er ein schwacher Mensch ist braucht er uns. Und endlich können wir ihn wieder in die Arme schließen. Ich liebe ihn nicht mehr als dich. Und jetzt wollen wir feiern, denn er war tot und lebt nun wieder, er war verloren und ist wiedergefunden worden. Das verstand Moische und auch er nahm seinen Bruder in den Arm. Es wurde noch drei Tage lang gefeiert. Chaims Vater machte ihm keine Vorwürfe, er freute sich einfach nur. Es war der glücklichste Tag im Leben von Chaim – er fühle sich geliebt und geborgen und er war stolz so einen Vater zu haben. Er hätte die ganze Welt umarmen können.


Tja, das ist das Ende der Geschichte – eine Geschichte mit einem Happy End. Diese Geschichte vom verlorenen Sohn steht in der Bibel und zwar im Lukasevangelium und Lukas berichtet, das Jesus sie damals erzählt hat.

Und zwar kamen eines Tages Pharisäer zu Jesus, das waren besonders religiöse Menschen, die meinten Gott würde sie besonders lieben, weil sie so tugendhaft und ohne Sünde seien. Diese Pharisäer kamen also zu Jesus und fragten ihn: Wir haben gehört daß du dich mit Zöllnern und Sündern abgibst, ja sogar mit ihnen ißt - das ist ja empörend.

Daraufhin erzählte Jesus die Geschichte vom sündigen Sohn und seinem liebenden Vater.


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