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 Betreff des Beitrags: Bildergeschichte: Emils Stern
BeitragVerfasst: Di 10. Mär 2009, 02:07 
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Registriert: So 8. Mär 2009, 21:24
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Emils Stern

Eine Geschichte zum Advent

mit Bildern von Pfr. André Golob, Bottrop


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Emil war kein besonders bedeutender Engel. Er saß nicht zur Rechten Gottes
und er hatte auch keine wichtigen Aufgaben zu leisten. Vielmehr war er
zuständig für den Schmutz im Himmel. Und davon, das könnt ihr euch ja
denken, gab es nicht all zu viel. Ab und zu konnte er eine Feder aufheben,
die einem Engel abhanden gekommen war. Und manchmal wehte eine heftiger Wind
ein paar Blätter bis in den Himmel. Dann stand er bereit mit Eimer und Besen
und machte sofort alles rein und kehrte den Unrat in seinen Eimer. Es war
wirklich kein große Aufgabe, denn Engel sind schrecklich sauber und so gab
es recht wenig zu tun für unseren Emil.


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Viel lieber hätte Emil eine bedeutende Aufgabe gehabt: wie z.B.
Wolkenwäscher oder noch lieber Sternenputzer. Jedes Mal wenn am himmlischen
Anschlagbrett eine freie Stelle ausgeschrieben war, war Emil als erster da.

Einmal hatte er sich als Sternenputzer beworben. Aber die Putztücher für die
großen Sterne waren so riesig und schwer, die konnte Emil kaum hochheben.
Und wenn es ihm gelang, dann blähte sich das Riesentuch auf und hüllte ihn
in seine großen, weichen Falten ein, so daß er sich heillos verhedderte und
kaum noch raus kam.

Ein anderes Mal versuchte er es als Wolkenwäscher. Aber wenn er dann den
Wolkenschrubber nehmen und die Wolken abschrubben sollte, war das Ding so
groß, daß Emil selbst unter die Borsten geriet und mitgeschrubbt wurde.

Aber Emil gab nicht auf. Und eines schönen Tages - wer hätte das gedacht -
war er nicht nur als Erster da, um sich zu bewerben. Er war sogar der
Einzige.


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"Was denn, bin ich zu früh?", fragte Emil den Engel vom Dienst. Doch der
Engel sah gar nicht von dem seinem Buch auf, sondern schrieb weiter, Zeile
um Zeile, mit dem langen Federkiel. Dann schaute er auf und sagte "Nein".
Oder bin ich zu spät, fragte Emil. ""Nein", sagte der Engel du bist
rechtzeitig gekommen. Er hielt Emil ein Putztuch hin und sagte: "Geh zehn
Millionen Meilen in westliche Richtung und dann einen Schritt nach rechts.
Da findest du den Stern, dem du zugeteilt bist. Diesmal ist es ein kleiner
Stern, mit dem wirst du schon fertig." Emil traute seinen Ohren kaum. Er war
Sternenputzer geworden. Und seinen Augen wollte er auch nicht trauen. Das
Putztuch hatte genau die richtige Größe für seine Hände. "Und"? fragte der
Büro-Engel, "willst du die Arbeit übernehmen?" "Oh ja natürlich", sagte
Emil. "Gut", erwiderte darauf der Engel, "alle anderen haben nämlich
abgelehnt".


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Es war auch wirklich kein Stern, mit dem man als Sternenputzer viel Aufsehen
erregen konnte. Er war schon sehr, sehr klein und glänzte nur matt. Aber er
war alles was Emil sich je gewünscht hatte. Er putzte seinen Stern morgens
und nachmittags. Und spät am Abend, wen die anderen Sternputzer ihre
Poliertücher schon weggelegt hatten, wischte und rieb Emil immer noch
weiter. Er konnte sich kaum losreißen von seinem Stern, immer wieder wischte
er ihn und nahm neue Sternenpolitur. Und ganz allmählich, nach und nach,
nach vielen Tagen, Wochen, Monaten, ja Jahren fing Emil Stern an zu glänzen.
Die Himmelgegend, wo er jeden Tag saß und putzte war immer recht dunkel aber
allmählich wurde sie durch den strahlenden Stern hell und freundlich. Die
Zeit verging für Emil im Fluge und hätte er nicht seinen Freund Louie
getroffen hätte er nichts vom großen Wettbewerb der Sternenputzer erfahren.


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Hier seht ihr die beiden sitzen: Emil und Louie und neben Emil seht ihr
seinen funkelnden Stern. "Boah", sagte Louie als er ihn sah. "Meine lieber
Scholli, damit solltest du am großen Stern-Wetbewerb teilnehmen. Gott Vater
selbst wählt den Gewinner aus." "Ja aber", sagte Emil, "mein Stern ist doch
so klein". "Na ja von groß oder klein war nicht die Rede, Hauptsache er
glänzt schön". "Ja das tut er, na gut, laß uns dorthin gehen." Und sie
machten sich auf den Weg.


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Diesmal war Emil aber nicht der Erste in der Reihe. Nein, er war der
Aller-Allerletzte. Alle anderen waren schon eingetroffen. Große und kleine
Sternenputzer standen da mit riesigen und funkelnden Sternen. Oberengel
Nepumuk mit seinem großen Sternenhut war gekommen und Engel Tusnelda mit
ihren langen Zöpfen, der eine Reinigung für Weihnachtssterne gehörte und
viele viele mehr. "Boah", sagte da Louie erstaunt, "vielleicht hätten wir
doch nicht herkommen sollen". "Größe allein macht´s nicht", sagte Emil und
rieb noch einmal ganz mutig über seinen Stern.


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Nun ertönte ein Olifant, eine laute Himmelstrompete und jeder Engel mußte
sich vor Gott Vater hinstellen und ihm seinen Stern zeigen. Gott Vater saß
dabei in seinem heiß geliebten rot-gelb gepunkteten Sessel und bestaunte die
Sterne. Wir sehen hier gerade wie der Erzengel Gabriel, quasi der Champion
des Wettbewerbs, Gott seinen super polierten Stern vorführt. Nach der Reihe
kamen alle Engel dran und Gott hatte für jeden ein liebes Wort und sparte
nicht mit Lob. Hinter all denen versteckte sich Emil, den jeglicher Mut
verlassen hatte. Doch Gott Vater sieht alles und er sah auch unseren Emil
ganz weit hinter stehen. "Der Wettbewerb ist noch nicht zuende", sagte er.
"Komm Emil, zeig mir deinen Stern."


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Emil trat vor und hielt seinen Stern hoch.
Gott Vater sah zu dem Stern herab, der ruhig und freundlich funkelte, und
nickte ein paar mal und lächelte.

"Du hast es verstanden, Emil", sagte Gott Vater.

"Das ist der richtige Stern, der kleine Engel Emil ist der Gewinner." Und
die Trompete erschallte und viele freuten sich, einige waren aber traurig,
das sie es nicht waren, die Gott ausgewählt hatte.

Gott erhob sich aus seinem Sessel und sagte: "Komm mit mir Emil." Emil faßte
seinen Stern fester und lief hinter Gott her, der quer durch den Himmel
schritt. Und dann blieben sie an einer Stelle stehen, wo die Wolkendecke
auseinanderklaffte und den Blick frei gab auf die Erde.


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"Dort soll dein Stern erstrahlen", sagte Gottvater. "Schau wie gut er dahin
paßt, sein Licht macht alles froh, was er bescheint. Sieh nur Emil sieh nur."
Gott war ganz aus dem Häuschen. Emil gab seinem Stern noch einen letzten
Wischer mit dem Ärmel. Und dann, während der Stern noch strahlender und
heller aufleuchtete, sah er hinab - auf eine kleine Stadt mit Namen
Bethlehem. Es war die heilige Nacht.


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